dimis linkdump

Digsby

Februar 20th, 2010

Schon vor längerer Zeit bin ich auf den Multimessenger Digsby gestossen… Die Installationsroutine sah damals noch so aus:



Mal ehrlich. Es ist ein Wunder, dass sich nach diesem Crapware-Installationmarathon auf der großen weiten Welt noch jemand gefunden hat, der das Ding wirklich installiert und genutzt hat.

Da ich in letzter Zeit schon über 2 Blogposts gestolpert bin, die das Ding empfohlen haben habe ich Digsby nochmal eine (kleine) Chance gegeben.

Die erste Neuerung springt direkt ins Auge – der Installer erschlägt nicht mehr mit 6 verschiedenen Adware-Installationsangeboten. Stattdessen soll nur noch eine ASK-Toolbar installiert werden.

Naja, ohne ASK-Toolbar wäre es besser. Dass eine Toolbar-Installation abgehakt werden muss, ist man inzwischen von vielen Programmen leider gewohnt.

Am Ende hat man dann noch die Möglichkeit zwei Optionen abzuwählen… und da wird es interessant.

“Allow Digsby to use idle CPU time for grid computing”.  Wer diesen per default aktivierten Haken nich wegmacht, nimmt automatisch an PluraProzessing teil. Quasi ein Seit@Home oder Folding@Home, allerdings natürlich auf komerzieller Basis. Soll heißen, da werden nicht Moleküle gefalten oder Aliens aufgespürt sondern Aktienkurse analysiert oder das Internet gecrawlt:

  • Oil & gas exploration algorithms
  • Financial modeling
  • Bioinformatics
  • Web crawling and Internet analysis
  • Fluid dynamics
  • And many others

Welche Firmen konkret hier Grind Computing betreiben, also Laufzeit bei Plura Processing einkaufen, ist nirgends zu finden. Möglicherweise berechnet ja grade dein Disby-Client eine neue Modedroge? ;)

Nach einem Protest-Post von Lifehacker (siehe Link unten) wurde die Installationroutine geändert und mehr Informationen zu diesem Grind Computing eingebaut.  Trotzdem werde ich mir Disgby nicht auf meinen Rechnern installieren – dafür hat mich die alte Installationsroutine zu sehr abgeschrekt und die neuen Verdienstmethoden sind mir zu zwielichtig. (Auch wenn man sich austragen kann, indem man den Haken wegmacht).

Übrigens arbeitet Plura Processing auch viel mit Flash- und Javaspiele-Entwickler zusammen. Da werden dann, während man im Browser Spiele spielt, im Hintergrund Daten ausgewertet. Durchaus eine interessante Verdienstmethode die wahrscheinlich für Webseiten wie Youtube, die die Nutzer schonmal einige Minuten binden können, interessant ist.

Möge jeder selbst entscheiden, ich bleibe in diesem Fall bei freier Software.

Digsby hat in der Vergangenheit schon zu große Fehler gemacht, um sich jetzt mit etwas weniger offensichtlich bescheidenen Verdienstmethoden aus der Affäre zu ziehen.

Weiterführende Links

Vielleicht hatte schonmal jemand das Problem: Die Standard-Konfiguration der Windows-Firewall ist zu lasch oder man will genau wissen, welcher Netzwerkverkehr den Rechner verlässt. Dann darf man natürlich nicht auf die vorkonfigurierten Regeln von Microsoft vertrauen. ;)

Alle bestehenden Regeln können, mit Rechtsklick -  “Regel deaktivieren”, in einem Schwung deaktiviert werden. Anschließend sollten solche Elementaren Dienste wie DNS (“Kernnetzwerk – DNS (UDP ausgehend)”) wieder aktiviert werden. Sonst funktioniert natürlich erstmal nix mehr.

Einer dieser elementaren Dienste ist Windows Update. Leider sucht man sich den Wolf nach einer passenden Standard-Regel für Windows Update, die man wieder aktivieren kann. (Ich hab sie bisher auch nicht gefunden. Wenn die jemand findet, bitte melden!). Außerdem gab’s bei Google keinen passenden Beitrag, der beschreibt wie man Windows Update mit möglichst wenig Rechten den Weg ins Internet durch die Firewall freimachen kann. Das will ich hiermit ändern.

Die Windows Firewall ist bei Vista und Windows 7 unter Systemsteuerung => System und Sicherheit zu finden.

Im ersten Schritt muss eine neue Ausgehende Regel angelegt werden. Wählen wir “Benutzerdefiniert”.

Im nächsten Schritt tragen wir unter Programm “%systemroot%\system32\svchost.exe” ein. Unter Dienst wählen wir “Windows Update”.

Diese Einstellung hat zur Folge, dass nur der Dienst Windows Update freigeschalten wird und nicht pauschal alle Prozesse, die durch den svchost.exe gestartet werden. Die Windows Firewall identifiziert Dienste seit Windows Vista eindeutig über eine SID (Security Identifier). Damit die Regel angewendet wird, muss also SID (also Windows Update) und Programm (also svchost.exe) passen.

Windows Update in der Windows Firewall freischalten

Die darauffolgende Fehlermeldung können wir ignorieren.

Im nächsten Fenster tragen wir als Protokoll TCP und als Remoteports 80,443 ein.

Windows Update in der Windows Firewall freischalten

Wer lustig ist, kann im nächsten Fenster noch die IP-Ranges von Microsoft eintragen.  Muss aber nicht unbedingt sein… ;)

In den nächsten Schritten sagen wir dem Assistent noch, dass er dei Verbindung zulassen soll und vergeben einen Namen. Zusätzlich sind noch die Netzwerke einzutragen – “öffentlich” sollte natürlich angehakt sein. Sonst funktioniert der ganze Spaß nicht.

Damit ist die Verbindung eingerichtet und Windows Update sollte funktionieren. Ein Test in der Systemsteuerung unter Windows Update “Updates suchen” zeigt uns, dass wir die Verbindung erfolgreich eingerichtet haben.

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