Der Tag hat früh begonnen. UM 4 Uhr bin ich aufgestanden und habe meine Reise zur CeBit angetreten.
Der Anfang verlief wie geplant. Ich bin direkt zum Vortrag über RFID-Security. Ein toller Vortrag mit Überblick über das Wichtigste aus diesem Themenbereich. Es wurden diverse Schwachstellen dieser Systeme aufzeigt – und trotzdem blieb alles verständlich.
Insgesamt ist RFID ein wirklich interessantes Thema. Ich vermute fast, dass es in Zukunft viele groß angelegte Angriffe auf diese Systeme geben wird. Von der potenziellen Gefahr in Bezug auf die Datensammelwut des Staats mal ganz zu schweigen…
Allein weil es wirklich noch ein so frisches Thema ist, lohnt es sich damit zu beschäftigen. Mal schauen was die Zukunft bringt. Mein Interesse ist jetzt jedenfalls geweckt.
Nach dem Vortrag ging es direkt weiter zum nächsten. Geplant war ein Vortrag über Politik 2.0. Ich hatte mich auf eine ordentliche Diskussion gefreut – vielleicht mit einem ultra konservativen CSU-Politiker… Pustekuchen. Das war einfach nur ne Ansammlung von Politikern die “wenn Sie mal Zeit haben” selbst twittern. Das spannendste bei diesem Vortrag war die Twitterwall! ![]()
Der Bereich hieß übrigens Webciety – Web Society. Ein ziemlich winziger Bereich bei dem leider keine großen Web2.0-Unternehmen vertreten waren.
Insgesamt glich der Webciety-Bereich auf der CeBit irgendwie einem schwarzen Loch. Die Stände waren einfach komplett schwarz, ebenso der Boden…
Im Anschluss hab ich mir dann vor allem die Halle 11 angeschaut. Interessante Produkte gab es dort leider nicht. Vielleicht hab ich auch nicht intensiv genug danach gesucht. Hauptsächlich bestand die Security-World aus AntiViren-Herstellern die darum wettgeeifert haben wer die größeren Taschen verschenkt! Ich glaube übrigens GData hat gewonnen. Große Tasche. Größere Tasche. GDatas Tasche.
Die Großen waren vertreten: ESet, Avira, Kaspersky, GData,… Norton hab ich nicht gesehen.
Auf dem Weg zurück zur Halle 6 bin ich nochmal bei Webciety vorbei. Das schwarze Loch zieht halt doch alles in sich hinein!
Da war grade eine Runde
dabei sich darüber auszulassen wie man (Web)Radio interaktiv gestaltet und wie sinnvoll das ist. War durchaus eine nette Gesprächsrunde und es hat Spaß gemacht den Leuten zuzuhören. Ich bin jetzt übrigens wirklich gespannt wie sich das in Zukunft entwickeln wird. Apropos: Blaupunkt hat ein Webradio fähiges Autoradio vorgestellt…
Nachdem ich mich wieder vom schwarzen Loch befreit hatte, stapfte ich direkt zu Heise. Dort hat mich ein Live-Hacking Vortrag erwartet. Zum Glück war ich zeitig da – denn später war es VOLL. Sogar der relativ breite Gang vor dem Heise Stand war überfüllt! Leider hab ich bei diesem Vortrag nichts neues gelernt. (Irgendwoher kannte ich den Herrn – ich glaube ich hab schonmal einen Vortrag von ihm gesehen.)
Bei dem Vortrag ging es um diverse Themen aus der IT-Security:
- Mit dem Babyphone Videokameras “belauschen”. “Gehackt” hat man hier eigentlich nichts – man hat halt das Babyphone eingeschalten. Witzig wars trotzdem.
- Google Hacks. Per Google Webcams finden. Unspektakulär. Kennste Johnny IHackStuff? Kennste? Das ist viel beeindruckender!
- Eine Man in the Middle-Attacke auf SSL. Mein Herz hat einen Schwubb gemacht als ich das gelesen hab. Leider wars genauso unspektakulär wie der Google Hack. Mit dem Uralt-IE den er benutzt hat, kann man natürlich eine solche Attacke “spektakulär” aussehen lassen. Leider hat der Sicherheitsexperte kein Wort darüber verloren, dass es hier definitiv auf die Dummheit der User ankommt – ohne die wär der “Angriff” niemals so erfolgreich gewesen. ##Wenn Interesse besteht, an einer genaueren Ausführung schreibe ich gerne was drüber
##
- Außerdem hat er gezeigt wie man per USB-Stick was automatisch startet. Das war wirklich interessant. Bei XP ist der Autostart von USB-Sticks ja per Default deaktiviert. Gibt sich der USB-Stick aber als CD-Rom-Laufwerk aus, startet Windows XP die Daten darauf automatisch – so könnten sich in Zukunft Trojaner verbreiten. Der USB-Stick könnte sich auch als Tastatur ausgeben, Eingaben tätigen und so Dateien auf dem Stick starten. Das war ein wirklich interessanter Punkt! Leider der einzige in diesem Vortrag.
Unterm Strich nicht das was ich erwartet hatte. War ne Art Dauerwerbesendung für die Sicherheitsfirma… nur dass sie nicht so scheiße synchronisiert war wie die Dauerwerbesendungen im TV.
Zufrieden war ich mit dem 1. Teil meines CeBit Besuchs trotzdem. Es gab an vielen Ständen noch kleinere und sehr interessante Vorträge. Teilweise auch technisch sehr anspruchsvolle. Genau das hatte ich mir erhofft… und so verging dann die Zeit doch wie im Flug.
In dem nächsten Teil geht es dann um den Hardware-Teil auf der CeBit. Der erscheint dann morgen im Laufe des Tages…
Klingt ja trotz allem nach einem lohnenden CeBIT-Besuch. Ich sehne mich aber doch nach der Stimmung früherer Jahre zurück:
http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/03/08/cebit-2009/
Godwi
[...] [CeBit 2009] Der Besuch – Teil 1 / Vorträge [...]