"Vorgeschlagene Sites" – Neues Feature im IE8!

Januar 16th, 2009 § 8

Da momentan viele über Google “Vorgeschlagene Sites deaktivieren” hier reinkommen, hier kurz die Anleitung zum deaktivieren:

http://news.magnus.de/software/QQartikelZ92719/bild/43/internet-explorer-8.html

Der ursprüngliche Artikel:

Der IE8 bringt ein neues Feature mit: Vorgeschlagene Sites. Da werden die besuchten Seiten (vollständige URL mit Parametern), IP-Adresse, dem Browsertyp sowie den Gebietsschema- und Spracheinstellungen an Microsoft übertragen. Dort werden die Informationen gespeichert und ausgewertet und man bekommt dann Vorschläge für Seiten, die den besuchten ähneln.

Ansich eigentlich nett…wäre da nicht…

1) Aus den IE8 Datenschutzerklärungen zu “Vorgeschlagene Sites”:

Außerdem können Sie jederzeit einzelne Einträge aus Ihrem Verlauf löschen. Gelöschte Einträge werden nicht herangezogen, um Ihnen Vorschläge für andere Websites zu unterbreiten. Sie werden jedoch von Microsoft für eine bestimmte Zeit aufbewahrt, um unsere Produkte und Dienste, u. a. dieses Feature, zu verbessern.

Ähm, alles klar bei euch Mädels und Jungs? Wenn ich was aus meinem Verlauf bei euch löschen will, dann wird das schon seinen Grund haben, oder? Dann sollt ihr damit natürlich auch nicht eure Produkte verbessern!?

2) Was eigentlich überhaupt nicht geht ist folgendes ( wieder ein Zitat) :

Wenn Sie z. B. die Microsoft.com-Website für Suchvorgänge unter “http://search.microsoft.com” aufgerufen und als Suchbegriff “Seattle” eingegeben haben, wird die vollständige Adresse “http://search.microsoft.com/results.aspx?q=Seattle&qsc0=0&FORM=QBMH1&mkt=en-US” übermittelt.

Im ersten Moment scheint das nicht so schlimm zu sein.Wenn man aber kurz überlegt, was alles über die URL übertragen wird sehnt man sich ( oder nur ich? :-/ ) nach einer anderen Lösung. Manche Webseiten übertragen über diesen Weg Daten, die man vorher in ein Formular eingegeben hat (Name, Vorname,Adresse,…).Außerdem werden über die URL oftmals auch so genannte SessionIDs übertragen. Diese regeln den Zugriff auf eine geschützte Webseite (Bank, Foren,..). Hier z.B.:

https://banking.postbank.de/app/finanzstatus.init;jsessionid=32BCB243346G441958879EP2DAB2107145

Diese Session-ID ist solange gültig wie man sich aktiv auf der Webseite befindet und zusätzlich, nach dem Besuch, noch eine gewisste Zeit (Timeout). Nach diesem Timeout ist Sie dann Vorgeschlagene Sitesnicht mehr gültig. Bei Microsoft stehen dann genau die vollständigen URLs drin. D.h. jeder der da reingucken kann, kann sich während diese SessionID gültig ist, in den Account einloggen in dem er einfach die URL kopiert. (Die Postbank hatte genau diese SessionID-Problem bis vor kurzem!). Das muss eigentlich nicht sein. Um Statistiken anstellen zu können reicht es die Webseite selbst zu speichern. Also z.B. www.postbank.de. Ohne SessionID.*

Sicherlich ist die Chance, dass jemand in der Zeit bis zum Timeout die URL in der Microsoft DB findet und nutzt gering – trotzdem gibt es bessere Lösungen die den Datenschutz enorm verbessern würden.

*Diese SessionID in der URL wird dann ein Problem, wenn die Webseite nicht überprüft ob SessionID und IP-Adresse zusammenpassen: Jede SessionID darf also immer nur von einer einzigen IP-Adresse genutzt werden. Leider gibt es noch genug Webseiten wo genau diese Überprüfung nicht stattfindet.

Zitate von:

http://www.microsoft.com/windows/products/winfamily/ie/ie8/de-de/ieprivacy_8b2.mspx

PS: Die Funktion lässt sich natürlich deaktivieren. Das ist sie standardmäßg auch…

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